Astrid Rothe-Beinlich besuchte Nordhausen
28.03.2012: Am Dienstag, dem 27.03.2012 besuchte Astrid Rothe-Beinlich, Sprecherin für Bildung, Wissenschaft und Kultur der bündnisgrünen Landtagsfraktion in Nordhausen die Staatliche Berufsbildende Schule für Wirtschaft, Gesundheit und Soziales, die Fachhochschule Nordhausen und das Theater Nordhausen, um sich über die aktuelle Situation der Einrichtungen vor Ort ein Bild zu verschaffen. Begleitet wurde die Tour von John Dauert, dem bündnisgrünen Landratskandidaten im Kreis Nordhausen und von Christian Darr, dem Oberbürgermeisterkandidaten der Grünen in Nordhausen.
Los ging es am Vormittag mit dem Besuch bei der stellvertretenden Direktorin der Staatlichen Berufsbildenden Berufsschule im Schulteil Morgenröte, Frau Langner. Sie gab uns einen sehr informativen Einblick in die Arbeit und die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten der berufsbildenden Schule. Frau Langner stellte dabei zudem die Auswirkungen der sinkenden SchülerInnenzahlen dar, in dessen Folge für das Schuljahr 2013/2014 bereits die dritte Fusion der Berufsschulstandorte in Nordhausen ansteht. Die stellvertretende Schulleiterin hat im Gespräch sehr deutlich gemacht, dass die Schule zwar seit 1994 durch einen Modellversuch im Gemeinsamen Unterricht von SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf aktiv ist und diese Arbeit an der Schule bereits Normalität geworden ist. Was jedoch fehle – so der Appell der Schulleiterin – seien die personellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung. So braucht es vor allem sonderpädagogische Stellen fest verankert an der Schule, verlässliche und ausreichend sozialpädagogische Unterstützung als fester Bestandteil des schulischen Teams, statt wie bisher nur 20 Stunden aufgeteilt auf zwei qualifizierte LehrerInnen im Monat. Zudem sei insbesondere der schulpsychologische Dienst nach der jüngsten Schulamtsreform nun noch weiter von den wirklichen Problemen vor Ort entfernt und von der personellen Aufstockung zu Beginn letzten Jahres sei nicht wirklich viel zu spüren.
Gegen Mittag stand ein Besuch beim Präsidenten der Fachhochschule Nordhausen, Prof. Dr. Jörg Wagner auf dem Plan. Hier konnten wir unter anderem über die aktuelle Situation des Landes bezüglich der zukünftigen Hochschul- und Entwicklungsplanung, den Erfahrungen mit dem Bologna-Prozess und das von den Fachhochschulen angestrebte Promotionsrecht für Fachhochschulen sprechen. Die Fachhochschule Nordhausen mit ihren 2500 Studierenden hat sich mittlerweile zu einer festen Größe in der regionalen Bildungslandschafts Thüringens und dabei vor allem im Bereich Erneuerbare Energien in Thüringen entwickelt. Das zeigt sich u.a. daran, dass die Fachhochschule mittlerweile ca. 80 Prozent aller Solarparks in Thüringen technisch abgenommen hat und als fester Ansprechpartner bei der zukünftigen Entwicklung im Bereich Windkraft und Solar gilt. Kritisch bewertet wurde durch Prof. Dr. Wagner unter anderem das zu aufwendige Verfahren der Re-Akkreditierung, was nicht nur zu erhöhtem Verwaltungsaufwand sondern auch zu immensen Kosten auf Seiten der Hochschulen führt. Prof. Wagner führte aus, dass durch das fehlende Promotionsrecht an Fachhochschulen Innovationspotentiale verschenkt werden. Entscheidend sei letztlich für die Fachhochschule Nordhausen eine dauerhafte Weiterentwicklung des Hochschulstandortes.
Mit dem Intendanten und Geschäftsführer des Nordhäuser Theaters, Lars Tietje und der Verwaltungsleiterin Angela Kalms konnten wir am Nachmittag über die erfolgreiche Verankerung des Hauses in der Region sowie die zukünftige Finanzierung durch das Land und die Kommunen sprechen. Positiv bewertet wurde durch die Theaterleitung die Aufstockung der Mittel von Seiten des Landes um 750.000 € ab dem Jahr 2013. Damit wurde die positive Entwicklung des Theaters und des Lohorchesters gewürdigt. Diese weisen nicht nur eine gute Einspielquote auf sondern auch die höchste Orchesterauslastung in Thüringen. Besonders kritisch bewertet wurde durch Lars Tietje die Bewirtschaftungsreserve des Finanzministers, die dazu führe, dass nahezu alle freien Projekte im Kunst und Kulturbereich gefährdet seien. Damit könnten auch wichtige Kooperationsprojekte mit der freien Szene vor Ort nicht umgesetzt werden.














