Volksabstammungsnachweise sind diskriminierend und menschenverachtend

15.06.2011: Astrid Rothe-Beinlich: Keine Toleranz für Intoleranz

Anlässlich des Burschentags der Deutschen Burschenschaft vom 16. bis 19.Juni in Eisenach erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Bundesvorstandsmitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Vizepräsidentin im Thüringer Landtag:

„Die Deutsche Burschenschaft zeigt mit ihrem Burschentag einmal mehr, wo die deutschen Burschenschaften zu verorten sind. In Eisenach trifft sich eine Gruppe rechtsextremer Studierender unter dem Deckmantel der Tradition. Dabei geht es allerdings um mehr als nur um Deutschtümelei, Männerbünde und Bier.“

Deutlich wird dies durch die zur Beschlussfassung vorliegenden Anträge. „Den Burschenschaften reicht die deutsche StaatsbürgerInnenschaft als Kriterium zur Aufnahme nicht mehr aus. Stattdessen wollen sie ihre Mitglieder auf ihre Volksabstammung überprüfen. Wer nicht `deutsch` aussieht, keine deutschen Eltern hat oder im Zweifelsfall an den falschen Gott glaubt, fliegt raus. Kurzum, die Deutsche Burschenschaft würde am liebsten einen Ariernachweis einführen“, gibt Rothe-Beinlich zu bedenken und mahnt zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dieser bedenklichen Entwicklung.

„Das Vorgehen erinnert mich unweigerlich an die Nürnberger Rassegesetze - auch wenn es hier nicht um die Vernichtung von Menschen geht. Derartige Regelungen sind alles andere als verfassungskonform und Ausdruck eines tief sitzenden Rassismus in der Deutschen Burschenschaft. Ich rufe daher alle demokratischen Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich an den zahlreichen Gegenaktivitäten zu beteiligen und nicht tatenlos zuzusehen, wenn sich Rechtsextreme unter dem Deckmantel von Tradition und Brauchtumspflege in Eisenach treffen“, so die Grünenpolitikerin Rothe-Beinlich abschließend.