Grüne solidarisieren sich mit Kitastreik und fordern 2000 ErzieherInnen mehr

25.05.2009: Astrid Rothe-Beinlich: Frühkindliche Bildung braucht Anerkennung

"Alle wünschen sich qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertagesstätten. Dann müssen aber auch die Arbeitsbedingungen stimmen. Und dafür müssen sich die Kolleginnen und Kollegen auch einsetzen dürfen. Es liegt auch im Interesse der Kinder und ihrer Eltern, wenn sich die ErzieherInnen gegen unhaltbare Zustände zur Wehr setzen", meint Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin und Spitzenkandidatin der Thüringer Bündnisgrünen zu den ab morgen angekündigten Streiks auch in Thüringer Kitas.

"Wer einen Arbeitskampf in den Kitas verhindern will, muss sich jedoch selbst bewegen", so die Grünenpolitikerin weiter. "Das Gegenteil in Landes- wie Bundespolitik ist allerdings der Fall. Allein in Thüringen fehlen mindestens 2000 ErzieherInnen, um den Bildungsplan mit Leben zu füllen und den vielfältigen Anforderungen an frühkindliche Bildung und Erziehung gerecht zu werden. Deshalb unterstützen wir neben den Streiks auch die Initiative der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege "6 Minuten sind zu wenig" und das "Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik."

"In den letzten Jahren wurde für keinerlei Qualitätsverbesserungen in den Kitas gesorgt -- im Gegenteil -- es kam gerade in Thüringen zu drastischen Einsparungen mittels sogenannter Familienoffensive", lautet die Einschätzung von Astrid Rothe-Beinlich. Auch kann die extrem knapp bemessene Finanzierung des Bundes für den Krippenausbau nicht zu höheren Gehältern der Erzieherinnen und Erzieher führen. Genau das möchte Bundesministerin von der Leyen aber suggerieren, indem auch sie ihre Solidarität mit den Streikenden erklärte.

"Frau von der Leyen wie auch die Thüringer Landesregierung hätten schon längst die Chance gehabt, Verbesserungen anzustoßen. Geblieben ist es aber bei wohlfeilen Reden oder bei Angeboten, die eher an einen Kuhhandel erinnern, als an ernsthafte Bemühungen, tatsächlich für Verbesserungen und Entlastungen an den Kitas zu sorgen", so die Grünenpolitikerin zu den jüngsten Ansagen der Thüringer CDU, bis 2013 1000 Stellen mehr schaffen zu wollen. Diese kamen zudem erst nach dem erneuten Start des Volksbegehrens und erinnern eher an Beschwichtigung, denn an Einsicht in die Notewendigkeit. "Besonders ärgerlich ist, dass derartige Versprechen den Kindern und ErzieherInnen heute an keiner Stelle helfen. Taten statt Warten sind das Gebot der Stunde! Wahlkampfgetöse auf dem Rücken der Kinder und Erzieherinnen ist der Sache nicht dienlich, es braucht ein generelles Umdenken. Frühkindliche Bildung ist die erste Säule des Bildungssystems und braucht daher auch entsprechende Rahmenbedingungen und Wertschätzung -- in vielerlei Hinsicht -- finanziell wie auch gesellschaftlich", schließt Astrid Rothe-Beinlich.