Nimisha Desai - Menschenrechtspreisträgerin 2007 zu Gast in Thüringen

12.12.2007: Astrid Rothe-Beinlich: Frauen brauchen eigene Räume und gelebte Solidarität

  

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ging in diesem Jahr an Nimisha Desai, indische Frauenrechtlerin und Begründern der Frauenorganisation OLAKH ("Identität"). Nimisha Desai nahm den Preis selbst entgegen. Sie ist die 15. Preisträgerin und die fünfte Frau, die diesen Preis erhält, welcher von einer Jury vergeben wird, bei der auch in diesem Jahr Vorschläge aus aller Welt eingegangen sind. Bedingung für die Preisverleihung ist, dass der- oder diejenige, welche/r vorgeschlagen ist, selbst an Leib und Leben bedroht ist. "Der Weimarer Menschenrechtspreis soll eine Art Schutzschildfunktion erfüllen", so die Initiatorin des Preises, Frau Mühe. Die diesjährige Preisträgerin wurde von medica mondiale Köln vorgeschlagen.

Im Rahmen ihres viertägigen Deutschlandbesuches traf Nimisha Desai am 11.Dezember 2007 auf Einladung der Ausländerbeauftragten von Weimar und der Heinrich-Böll-Stiftung in Erfurt auf engagierte Frauen, die selbst in Frauenzentren, Stiftungen, Kirche, Gesellschaft, Kultur und Politik für Frauenrechte aktiv sind.

Astrid Rothe-Beinlich, Frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen warb bei dieser Zusammenkunft für weltweites Netzwerken von Frauen gegen Gewalt, für Empowerment und Solidarität untereinander. "Nach wie vor werden Frauen weltweit diskriminiert und benachteiligt. Frauenrechte sind Menschenrechte und dafür müssen wir weltweit streiten!"

Nimisha Desai betonte insbesondere aus der Erfahrung mit den blutige Progromen 2002 gegen Moslems in Indien, dass Minderheitenrechte von Frauenrechten nicht zu trennen sind. Sie berichtete zudem, dass es ihrer Frauenrechtsorganisation gelungen ist, drei Gesetze mit auf den Weg zu bringen - gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, für gleiche Rechte von Lesben und Schwulen und Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand anzuerkennen. Weiterhin stellte sie ein alternatives Verfahren vor, bei dem Frauen eine eigene Gerichtsbarkeit geschaffen haben, um sich gegenseitig zu bestärken und patriarchale Denk- und Verhaltensmuster zu durchbrechen. "Wir brauchen den Feminismus so lange, bis das patriarchalische Denken endlich überwunden ist", lautet ihr leidenschaftliches Plädoyer.

OLAKH hat in Indien ein feministisches Dokumentationszentrum etabliert, um eine weibliche Geschichtszeichnung zu dokumentieren.

Neu auf der Seite
Termine