Heinrich Böll-Stiftung lud ins Zukunftslabor Ost im Intershop-Tower in Jena

05.11.2007: Astrid Rothe-Beinlich wirbt für eine effiziente und zielgruppengerechte Förderstrategie für ostdeutsche GründerInnen

  

Für Freitag, den 2.November 2007 hatte die Heinrich Böll-Stiftungen zum Fachgespräch Potenziale Ost in den Intershoptower hoch über den Dächern der Stadt Jena eingeladen.

In den Debatten um Chancen und Perspektiven einer selbsttragenden Entwicklung in Ost-deutschland stehen Innovationen in Forschung und Entwicklung im Mittelpunkt. Mit der Innovationspolitik sind große Erwartungen verbunden. Kann die ökologische Modernisierung zum Motor des Aufschwungs im Osten werden? Wie umgehen mit noch vorhandenen ideologischen Blockaden? Ist der Umbau der Energiewirtschaft ein Schrittmacher für neue Märkte und Jobs? Welche Ergebnisse hat regionale Innovationspolitik und Standortpolitik für die Förderung von Netzwerken für Forschung und Entwicklung? Wie entstehen marktfähige Unternehmen? Woher kommen die dafür kompetenten Unternehmerinnen und Unternehmer? Welche neuen Wege in der Hochschulpolitik sind notwendig? Sind regionale Profile der Hochschulen (Ausrichtung auf Fachhochschulen) und Orientierung auf den Mittelstand aussichtsreiche Entwicklungsrichtungen?

Diesen spannenden Fragen wurden beim "Zukunftslabor Ost" der Heinrich-Böll-Stiftung in drei Panels nachgegangen. Zunächst ging es im ersten Panel darum, wie marktfähige Unternehmen entstehen und welche Erfahrungen mit der Innovations- und Netzwerkförderung gemacht wurden. Gesprächspartner waren Dr. Stefan Jakobs, der vor 10 Jahren die Mikroschichtoptik GmbH gründete, die heute 20 MitarbeiterInnen und einen Auszubildenden beschäftigt und der mit dem Förderprogramm FUTOUR gute Erfahrungen gemacht hatte und Hans Peter Hiepl, Referatsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung, der selbst an etlichen gründungsrelevanten Finanzierungsprogrammen beteiligt war. Kontrovers diskutiert wurde u.a., welche Zielsetzungen für die staatliche Wirtschaftsförderung es im Blick auf die Sicherung einer "globalen" Wettbewerbsfähigkeit geben muss.

Im 2. Panel ging es um die Problematik Forschung und Entwicklung als Feld der Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen. Dieser gingen sowohl Prof. Dr. Jürger Popp (Koordinator der Jenaer Biochip Initiative und Lehrstuhl für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena) als auch Prof. Dr. Thomas Sauer (FH Jena) auf den Grund und diskutierten Fragen wie: Welche Ergebnisse hat regionale Innovationspolitik und Standortpolitik für die Förderung von Netzwerken für Forschung und Entwicklung? Welche neuen Wege in der Hochschulpolitik sind notwendig? Sind regionale Profile der Hochschulen (Ausrichtung auf Fachhochschulen) und Orientierung auf den Mittelstand aussichtsreiche Entwicklungsrichtungen? Als Wunsch wurde eine solide Ausfinanzierung der Hochschulbildung basierend auf einem sozial durchlässigen und qualitativ hochwertigem Schulsystem formuliert. Hervorgehoben wurde auch die Qualität der Fachhochschulen. Allerdings wurde hier mehrfach die Forderung nach attraktiven und interdisziplinären Ansätzen laut und eine breiter aufgestellte Hochschulbildung angemahnt, die insbesondere auch Angebote für Frauen bereithalten muss. Einig war man sich in der Forderung, die Köpfe gewinnen zu müssen und somit mehr Investitionen in Köpfe statt Beton.

Das dritte und abschließende Panel formulierte Zukunftsaussichten und stellte die Vorstellungen der bündnisgrünen GründerInnenpolitik in den Mittelpunkt. Dort referierte und diskutierte neben Astrid Rothe-Beinlich Dr. Stephan Beetz von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Hier ging es um Fragen, wie: Kann die ökologische Modernisierung zum Motor des Aufschwungs im Osten werden? Wie umgehen mit noch vorhandenen ideologischen Blockaden? Ist der Umbau der Energiewirtschaft ein Schrittmacher für neue Märkte und Jobs? Diese wurden deutlich mit JA beantwortet, erforderlich dafür ist allerdings der politische Wille. Weiterhin wurde hinterfragt, ob die Subventionskriterien fokussiert werden müssen auf Förderung von technologischen Entwicklungen und darauf basierenden Unternehmensgründungen oder -erweiterungen.

Zugehörige Dateien:
Beitrag von Astrid Rothe-Beinlich beim Zunkunftslabor Ost der Heinrich-Böll-Stiftung am 02.11.2007Download (
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