Pößneck verhindert NPD und Nazikonzert
30.03.2009: Astrid Rothe-Beinlich: Bunte Vielfalt setzt sich durch
Mehr als dreihundert Menschen waren am Samstag nach Pößneck gekommen, um dort friedlich gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu demonstrieren. Mit dabei auch ganz aktiv VertreterInnen der Grünen Jugend aus Weimar, Weimar-Land und Erfurt sowie Landessprecherin und Bundesvorstandsmitglied Astrid Rothe-Beinlich.
Besonders erfreulich: weder der NPD-Parteitag noch das Nazikonzert fanden schließlich statt - Dank einer Stadt und einem Landkreis, die alles daran setzten, den Neonazis auch im Schützenhaus, welches NPD-Vize Manfred Rieger gehört, bzw. auf einem Parkplatz unmissverständlich die Rote Karte zu zeigen.
Angereist wurde mit dem Zug. So hatten sowohl das Aktionsnetzwerk Jena als auch das Bündnis gegen Rechts Weimar erfolgreich nach Pößneck mobilisiert, außerdem waren Gewerkschaften, Kirchen, SPD, Linke und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit eigenen Aufrufen aktiv geworden und trafen auf dem Pößnecker Marktplatz auf engagierte BürgerInnen aller Altersgruppen.
Nach der Auftaktkundgebung folgte eine Demonstration durch die Stadt, bei der immer wieder Blockadetrainings geübt worden, um zu demonstrieren, wie das Widersetzen gemeinsam funktioniert. Hier hatten sich die DemonstrationsteilnehmerInnen in drei Gruppen geteilt und lernten bei den Aktionen einander besser kennen und kamen miteinander ins Gespräch.
Schließlich machte der Demonstrationszug auch vor dem Schützenhaus halt, in dem sich etliche Rechtsextreme aufhielten. Davon ließ man sich jedoch nicht provozieren. PößneckerInnen erzählten, wie bitter es für sie sei, in diesem Haus, in diem sie früher Tanzstunde hatten und mit dem sie viele gute Erfahrungen verbinden, nun tagtäglich Neonazis ein- und ausgehen zu sehen. "Das macht uns traurig, wütend und auch Angst", so eine Bürgerin.
Die Abschlusskundgebung fand in unmittelbarer Nähe, am Weißen Turm, statt. "Wir sind gekommen, weil wir immer wieder und überall gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Intoleranz demonstrieren müssen. Ich bin sehr froh, dass so viele Menschen unterschiedlichsten Alters heute hierher gekommen sind. Unser bunter Protest macht deutlich, dass wir es nicht hinnehmen und uns solidarisch mit Pößneck zeigen, egal ob ein Bundesparteitag der NPD angesagt ist oder ein Nazikonzert. Hier gibt es jeweils nur eins: Sag NEIN", ermunterte Astrid Rothe-Beinlich die DemonstrantInnen. "Dank gebührt zudem der Stadt und dem Landkreis für ihre deutliche Positionierung", so Astrid Rothe-Beinlich. "Umso unverständlicher wieder einmal das Nichtverhalten von Landesregierung und CDU. Gegen Rechts braucht es den Schulterschluss aller Demokratinnen und Demokraten. Und: Thüringen braucht endlich ein Landesprogramm gegen Rechtsextremismus und für Demokratie!"
An die Abschlusskundgebung schloss sich noch eine friedliche Sitzblockade an, bei der die TeilnehmerInnen zudem zahlreiche Tips erhielten, wie sich in welcher Situation verhalten werden sollte.
"Dieser Samstag war und ist in meinen Augen ein Hoffnungszeichen dafür, dass die offensive Auseinandersetzung mit Rechts eine Stadt gewinnen lääst", so Astrid Rothe-Beinlichs Resumee.




