Die Kommunalwahlfälschung: Anfang vom Ende der DDR
Anlässlich des 19. Jahrestages der letzten Kommunalwahlen in der DDR am 7. Mai 1989 erklären Steffi Lemke, Politische Bundesgeschäftsführerin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Der 7. Mai 1989 steht für den Anfang vom Ende der DDR. An diesem Tag konnten engagierte Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler, die in hunderten Wahllokalen der DDR die Auszählung der Kommunalwahlen beobachtet hatten, erstmals in mehreren Städten den Wahlbetrug des DDR-Regimes nachweisen. Nach Bekanntgabe der offiziellen Zahlen, denen zufolge die Kandidaten und Kandidatinnen der Nationalen Front 98,9 Prozent der Stimme auf sich vereinigen konnten, kam es in mehreren Orten zu Protesten gegen die Manipulationen.
Auch heute noch verdient der Mut der Menschen Respekt, die an diesem Tag trotz massiver Behinderungen durch die DDR-Behörden die Wahlen beobachtet und ihren Protest beispielsweise in Leipzig auf die Straße getragen haben. Ebenso wissen wir die Courage der Menschen zu würdigen, die an diesem Tag bewusst darauf bestanden haben, eine Wahlkabine aufzusuchen und mit Nein zu stimmen, indem sie jeden einzelnen Namen auf dem Wahlzettel durchstrichen. Allein dieses Agieren genügte, um ins Visier der DDR-Behörden zu geraten.
Gelebte Demokratie und freie Wahlen sind gerade für uns, die wir aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR kommen, zentrale Grundwerte, die nicht gering geschätzt werden dürfen. Wir wissen, dass Demokratie Tag für Tag aufs Neue verteidigt werden muss - im Osten und im Westen."














