Präsidentinnentreffen des Deutschen Frauenrats fordert geschlechtergerechten Arbeitsmarkt
29.05.2011: Astrid Rothe-Beinlich: Die Zukunft ist weiblich
"Das jährliche Treffen der Präsidentinnen von 57 bundesweiten Frauenorganisationen im Deutschen Frauenrat ist ein essentieller Beitrag zur Vernetzung von Fraueninteressen - jenseits von parteipolitischen Positionen. Die Stärke des Deutschen Frauenrates macht aus, dass vom Landfrauenverband über den Katholischen Deutschen Frauenbund und das Aktionsbündnis muslimischer Frauen, die Gewerkschaftsfrauen sowie die Webgirls alle zusammen an Themen arbeiten, die Frauen bewegen und somit wertvolle Vernetzungsarbeit leisten. Die Forderung nach der Abschaffung von Minijobs beispielsweise wurde und wird von allen Frauenverbänden getragen."
Das Schwerpunktthema der diesjährigen Präsidentinnenberatung lautete "Geschlechtergerechter Arbeitsmarkt - eine Vision?!" Dazu referierte Margit Haupt-Koopmann, Vorsitzene der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Berlin - Brandenburg.
"Einig waren sich alle Vertreterinnen, dass ein geschlechtergerechter Arbeitsmarkt die zentrale Voraussetzung darstellt, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu sichern", berichtet Rothe-Beinlich.
Nur etwa die Hälfte der in Deutschland erwerbstätigen Frauen arbeitet Vollzeit, damit liegt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich auf dem vorletzten Platz. Als Hauptgrund gilt nach wie vor die unzureichende Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 20,5% der Frauen in den alten Bundesländern arbeiten in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen - im Osten sind es 11% - allerdings sind die Gehälter dort oft dermals niedrig, dass die Frauen trotz Vollzeitstellen zu Aufstockerinnen werden. 41% der alleinerziehenden Frauen befinden sich bundesweit in der Hilfsbedürftigkeit.
"Dieser Zustand ist ein Skandal. Jede und jeder muss von einer Vollzeiterwerbstätigkeit auch leben können", gibt Rothe-Beinlich zu bedenken, die daher erneut für einen gesetzlichen Mindestlohn, ein Ende der Lohnungleichheit und ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft plädiert.
"Wir müssen dringend die Erwerbspartizipation der Frauen erhöhen. Hier sind zudem auch die Unternehmen gefragt. Wichtig ist es vor allem, den Wiedereinstieg nach Eltern- und Pflegezeiten zu erleichtern und die berufliche Weiterbildung zu stärken. Außerdem ist es dringend erforderlich, die Berufswahlorientierung der jungen Frauen und Mädchen bereits frühzeitig zu fördern und Rollenstereotype aufzubrechen. Dabei müssen wir weg von einer Defizitorientierung kommen und die jungen Mädchen bestärken, ihren Weg zu gehen, der ihnen auch eine eigenständige Existenzsicherung ermöglicht", schließt die Grünenpolitikerin.











