Grüne Landtagsabgeordnete aus Erfurt lehnt Umbenennung des Flughafens ab

10.06.2010: Astrid Rothe-Beinlich: Ein Millionengrab wird nicht zugeschüttet, indem man ein neues Schild davor stellt

Das Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr plant derzeit den Erfurter Flughafen in den Flughafen Erfurt-Weimar umzubenennen. Die Erfurter Landtagsabgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Astrid Rothe-Beinlich, lehnt diese Umbenennung strikt ab.

"Schon Anfang der 90er Jahre hat der Erfurter Flughafen den Zusatz ,Weimar' im Namen getragen. Die Stadt Weimar hatte jedoch ihre Anteile seinerzeit schnell an den Freistaat abgegeben - und das mit guten Gründen. Vor allem die schon damals schwierige finanzielle Situation war dafür ausschlaggebend. Allein die erneute Umbenennung des Erfurter Flughafens würde schlappe 180.000 EUR verschlingen. Hinzu kommt, dass dieser Plan des Verkehrsministers Carius aus unserer Sicht völlig unnötig ist. Der Erfurter Flughafen ist - ebenso wie der Verkehrslandeplatz bei Altenburg -- ein Subventionsgrab. Dem Flughafen fehlt die kritische Masse, um auf einen kostendeckenden Flughafenbetrieb zu kommen. Dafür wären, realistisch betrachtet, deutlich über 1 Mio. Passagiere jährlich notwendig. Das ist aber nicht der Fall, und weder mittel- noch langfristig in Sicht. Im Gegenteil. Die Zahlen der Passagiere fallen jährlich", betont Astrid Rothe-Beinlich.

"Eine Umbenennung ändert nichts an den Fakten. Ein Millionengrab, wie es der Flughafen Erfurt darstellt, schüttet man nicht einfach zu, indem man ein neues Schild davor stellt. Allein die Haushaltslage des Freistaates, dem 95% der Flughafenanteile gehören, gebietet, eher mittel- als langfristig jegliche Subventionen für den Flughafen in Erfurt zu streichen. Carius sollte sich hier ein Beispiel an seinem Kollegen de Jager in Schleswig-Holstein nehmen: Dort will die Landesregierung im Rahmen des Sparprogramms die Anteile am hauptstädtischen Flughafen Kiel-Holtenau aufgeben", erläutert die ehemalige Erfurter Stadträtin Rothe-Beinlich.

"Für Thüringen wäre es wesentlich vorausschauender, über den Schienennah- und Fernverkehr eine schnelle Anbindung an den mitteldeutschen Flughafen Leipzig-Halle zu gewährleisten. Von dort erreicht man die Welt, und dafür sollte sich Carius engagieren. Auch und gerade in Sachen Flughafenkonzept braucht es dringend eine Zusammenarbeit auch über Landesgrenzen hinweg", so Astrid Rothe-Beinlich abschließend.

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