Ausbaustopp für Mitte-Deutschland-Verbindung kommt Offenbarungseid gleich
05.03.2010: Astrid Rothe-Beinlich und Daniela Hoffmann-Weber: Gera darf nicht abgekoppelt werden
Seit 2006 übte man sich in Ankündungsrhetorik - nun ist es raus: der abschnittsweise zweigleisige Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung und das sogenannte 50 Mio. € Paket stehen auf der Streichliste der Deutschen Bahn. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, MdL von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und zuständig für die Wahlkreise Erfurt und Gera:
"Sollten die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung tatsächlich wegfallen, steht die Abkopplung Ostthüringens - insbesondere Geras - vom Fernverkehr endgültig bevor. Dies käme einem Offenbarungseid gleich. Wir haben immer wieder betont: ohne Spannung kein Anschluss. Ohne die Elektrifizierung von Weimar bis Gößnitz fehlt die Voraussetzung für den durchgängigen Einsatz elektrischer Triebzüge. Diese wiederum sind die Voraussetzung für die weitere Anbindung an den Fernverkehr. Daher braucht es nun eine starke Lobby, um die Fahrt der MDV aufs Abstellgleis zu stoppen."
Die Mitte-Deutschland-Verbindung erschließt in idealer Weise die Thüringer Städtekette, entlang der rund 40 Prozent der Thüringer Bevölkerung leben.
"Wenn diese nun im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben, kommt das einer Absage an öffentliche Mobilität für alle gleich. In Zeiten des Klimawandels und von Abwanderung nun auch noch eine gute Anbindung Geras an den Fernverkehr faktisch lahm zu legen, wäre eine fatale Entscheidung - insbesondere für Ostthüringen, aber auch für das Land insgesamt", gibt die Kreissprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Daniela Hoffmann-Weber, zu bedenken.
"Wir haben uns immer wieder dafür ausgesprochen, den Ausbau und die Elektrifizierung in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aufzunehmen", betont Astrid Rothe-Beinlich. "Stattdessen setzen Bahn und Land auf Prestigeobjekte - deren vorrangige Finanzierung jedoch das Land insgesamt abhängt. Wir meinen: vernetztes Denken muss auch und gerade in der Verkehrspolitik Priorität haben und hoffen auf ein parteiübergreifendes Engagement, damit Gera auch eine Zukunft mit Anschluss auf der Schiene hat", schließen Astrid Rothe-Beinlich und Daniela Hoffmann-Weber.




