Grüne kritisieren falsches Toleranzverständnis der Jungen Union Thüringen
23.02.2009: Astrid Rothe-Beinlich und Co-Pierre Georg: Mißfelders Äußerungen sind menschenverachtend
Zu den jüngsten Äußerungen von Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen Union Deutschlands und der Reaktion der Thüringer Jungen Union darauf erklären Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen und Co-Pierre Georg, Jugend- und Hochschulpolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Thüringen:
"Die Junge Union Thüringen stellt sich selbst ins Abseits, wenn sie versucht, die herabwürdigenden Äußerungen von JU-Chef Philipp Mißfelder als "wichtigen Anstoß einer Debatte" zu verharmlosen. Es ist richtig, dass unsere Gesellschaft mehr über die Teilhabegerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen nachdenken muss. Aber die von der JU Thüringen vorgeschlagenen Gutscheine für Kinder von Hartz-IV-EmpfängerInnen tragen hierzu wahrlich nicht bei. Gutscheine zementieren vielmehr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, die Kinder aus einkommensschwachen Familien immer weiter abhängt."
Ganz anders als von der Thüringer CDU-Jugend wurden Mißfelders Äußerungen übrigens in Bayern aufgenommen. Die dortige JU distanzierte sich umgehend von ihrem Bundesvorsitzenden.
Astrid Rothe-Beinlich, die auch Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist erklärt weiter: "Wir Grüne fordern schon lange eine Anhebung des Regelsatzes für Erwachsene auf ein Niveau von mindestens 420 Euro, um das soziokulturelle Existenzminimum zu gewährleisten. Außerdem werben wir für eine Kindergrundsicherung von 330EUR im Monat für jedes Kind, die entsprechend der Leistungsfähigkeit der Eltern besteuert werden soll. Weiterhin wollen wir die Infrastruktur, etwa im Bereich der Kindergärten, Schulen, Spielplätze und Sportanlagen deutlich verbessern und allen gleichermaßen den Zugang gewährleisten sowie jedes Kind individuell fördern."
Co-Pierre Georg schließt: "Anstelle von Gutscheinen für Kinder aus einkommensschwachen Familien, sollte die Junge Union Thüringen sich lieber für 2000 ErzieherInnen mehr in den Thüringer Kitas einsetzen. Hierdurch würden die Startchancen, insbesondere der Kinder aus einkommensschwachen Familien deutlich verbessert. Gleiches gilt für mehr SchulsozialarbeiterInnen. Seltsamerweise hört man zu diesem Thema nichts von Mario Voigt und der Jungen Union."











