60 Jahre Tag der Menschenrechte - und noch lange nicht am Ziel

09.12.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Frauenrechte sind Menschenrechte

Der Tag der Menschenrechte wird alljährlich am 10. Dezember begangen und ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die morgen vor genau 60 Jahren durch die Generalversammlung der UN verabschiedet worden ist. Diese Resolution beginnt mit den Worten: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen".

"Leider entspricht diese scheinbare Selbstverständlichkeit auch 60 Jahre nach Verabschiedung der Resolution noch immer nicht der Lebenswirklichkeit aller. Auch in unserem Land gibt es Diskriminierung - sei es beispielsweise in Form von Gesetzgebungen wie beim Asylbewerberleistungsgesetz, bei der existierenden Lohnungleichheit oder beim Umgang mit Minderheiten. Deshalb wollen wir diesen Tag nutzen, um erneut für gleiche Rechte für alle Menschen zu werben", betont die Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen, Astrid Rothe-Beinlich.

"Eine Gesellschaft muss sich immer am Umgang mit ihren schwächsten Gliedern messen lassen. Wenn Kinder aus Thüringen abgeschoben werden, Flüchtlinge, die ihr Wort erheben, Angst vor Abschiebung haben müssen, Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts, Menschen wegen ihres Glaubens und Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung Diskriminierung erfahren, dann läuft etwas falsch in unserem Land", so Astrid Rothe-Beinlich. "Und: Frauenrechte sind Menschenrechte. Tagtäglich hören wir von Gewalt gegen Frauen - die meist im eigenen Umfeld stattfindet. Frauen werden geschlagen, vergewaltigt und bangen um ihr Leben - mitten unter uns. Hier gilt es, hinzuschauen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daher erneuern wir an diesem Tag unsere Forderung, den Staat in die Pflicht zu nehmen und Frauenhäuser verlässlich zu sichern. Unser Augenmerk muss zudem den Frauen und Mädchen gelten, denen Genitalverstümmelung droht oder die sie bereits erleiden mussten und die Opfer von Zwangsheiraten sind. Für diese gilt es, wirksame Schutzmechanismen zu entwickeln, Deshalb fordern wir ein dauerhaftes Rückkehrrecht für Opfer von Zwangsverheiratungen und ein eigenständiges Aufenthaltsrecht für Frauen", so die Grünenpolitikerin weiter.

"Das Land, das Fremde nicht beschützt, geht bald unter. Sei ein Freund der Fremden und Reisenden ... schätze die Vorüberziehenden, hüte dich, ungerecht gegen sie zu sein," , wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. "Dies sollten wir beherzigen", schließt Astrid Rothe-Beinlich.