Kinderrechte und Bildungschancen stärken
20.11.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Zukunftschancen für alle statt Ausgrenzung und Auslese
"Der heutige Tag eignet sich wie kein anderer, um sich für Kinderrechte und Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche stark zu machen", erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen und Mitglied im Bundesvorstand ihrer Partei.
"Zum einen ist der UNO-Weltkindertag als der Tag, an dem die Erklärung (1959) sowie die Konvention der Kinderrechte (1989) verabschiedet wurden für uns Anlass, erneut die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz und die Rücknahme der Vorbehalte zur UN-Kinderrechtskonvention von der Bundesregierung und entsprechende Initiativen der Länder einzufordern. Zum anderen ist dies die Gelegenheit, um angesichts der aktuellen Debatte rund um die neuesten PISA-Ergebnisse und den in Erfurt stattfindenden 3. Mitteldeutschen Bildungskongress überfällige Reformen im Bildungssystem insgesamt anzumahnen.
Sicher sind die Ergebnisse für Sachsen und Thüringen beim jüngsten PISA-Test Grund zur Freude, geben aber keinen Anlass zum Jubel. Selbst diese können nämlich nicht darüber hinweg täuschen, dass das deutsche Schulsystem für Ausgrenzung und Auslese statt Durchlässigkeit und individuelle Förderung steht. Die soziale und die ethnische Herkunft entscheiden maßgeblich über den Bildungserfolg. Besonders Kinder aus Migranten- oder sozial schwachen Familien werden so abgehängt. Statt Übergängen gibt es Nadelöhre, statt Motivation eher Abschreckung. Das ist verheerend für ein Land, in dem in einigen Regionen schon jetzt mehr als die Hälfte der Kinder einen Migrationshintergrund hat und wo sich in manchen Gemeinden Sozialhilfekarrieren schon vererbt haben. Statt die Potenziale von Kindern und Jugendlichen zu nutzen und ihnen durch Bildung Teilhabe zu eröffnen, werden sie kontinuierlich demotiviert", beschreibt die Grünenpolitikerin die Situation.
"Damit verringert das Bildungssystem nicht nur die Teilhabechancen dieser Kinder und Jugendlichen, sondern es verschleudert auch wichtige Potenziale, die wir angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels dringend benötigen", so Rothe-Beinlich weiter.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern deshalb umgehend:
· ein neues Ganztagsschulprogramm, um den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen zu realisieren · Schluss mit dem Vorrang der Gliedrigkeit im Schulsystem, längeres gemeinsames Lernen - bis zum Abschluss der Sekundarstufe I
"Die Rezepte für bessere Bildung sind bekannt. Jetzt ist es an der Zeit, dass Bundeskanzlerin Merkel ihre vollmundigen Versprechungen von der Bildungsrepublik Deutschland einlöst. Aber auch die Länder sind gefordert, die längst überfälligen Veränderungen endlich umzusetzen", schließt Astrid Rothe-Beinlich.




