Grüne fordern Zukunftschancen für alle von Anfang an
11.09.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Teilhabegerechtigkeit ist Grundvoraussetzung für ein Miteinander auf Augenhöhe
Angesichts der Regierungserklärung mit dem Titel: "Miteinander leben -- frei, gerecht, solidarisch", die Frau Lieberknecht morgen in der 91. Plenarsitzung abgeben wird, erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Ein Leben miteinander, das frei, gerecht und solidarisch ist, kann nur durch Teilhabegerechtigkeit erfolgen. Teilhabegerechtigkeit ist Grundvoraussetzung für ein Miteinander auf Augenhöhe. Dabei stellt der Zugang zu Bildung die Gerechtigkeitsfrage des 21. Jahrhunderts dar. Köpfchen sind unser Kapital und ihnen soll auch die Zukunft gehören. Thüringen braucht echte Reformen, keine Kosmetik, die der Sozialpolitik einen kurzfristigen neuen Anstrich verleiht."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben auf ihrer Landesdelegiertenkonferenz am 28. Juni 2008 in Nordhausen 15 Punkte für eine gerechte Zukunft verabschiedet.
"Wir stehen für einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Bildung und Erziehung ab dem 1. Lebensjahr, der nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein darf. Weiterhin muss in Thüringen endlich Schluss sein mit der frühzeitigen Selektion nach der 4. Klasse, die immer noch zur Folge hat, dass die Hälfte aller Kinder eine falsche Schullaufbahnempfehlung erhält", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.
"Um allen gleichermaßen den Zugang -- auch zu weiterführenden Schulen -- zu ermöglichen, müssen die finanziellen Anforderungen an die Eltern gesenkt und Kosten für Lehr- und Lernmittel oder auch die Beförderung zumindest für Kinder aus einkommensschwachen Familien während des gesamten Schulbesuchs vom Land übernommen werden.
Für alle Kinder und Jugendliche wollen wir ein gesundes Mittagessen in den Kindertagesstätten, den Grund- und Regelschulen und den Gymnasien anbieten, welches in einem ersten Schritt für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen kostenlos sein soll.
Unser Ziel ist die gleiche Bezahlung aller LehrerInnen -- gleich welcher Schulform, denn alle LehrerInnen müssen gleich viel wert und optimal ausgebildet sein.
Wir fordern das Land Thüringen auf, eine Bundesratsinitiative für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz zu starten. Die Rechtstellung von Kindern muss klargestellt und ihre Rechte auf Förderung und Bildung gestärkt werden, denn Kinderrechte sind Menschenrechte. Alle Kinder haben das Recht auf Anerkennung und Förderung sowie auf den Schutz dieser Rechte", meint Astrid Rothe-Beinlich.
"Wir wollen eine Versorgungsstruktur, die Kinder und Jugendliche auch dann erreicht und schützt, wenn Eltern unzureichend oder nicht mitwirken. Deshalb unterstützen wir die Bemühungen der Oppositionsparteien im Landtag für einen verbesserten Kinderschutz", schließt Astrid Rothe-Beinlich.




