Grüne fordern von der Bahn Kundenfreundlichkeit statt Sanktionen
12.09.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Automaten können Menschen nicht ersetzen
Anlässlich der Entscheidung des Bahnvorstandes, den angekündigten Bedienzuschlag von 2,50 Euro beim Fahrkartenverkauf am Schalter ad acta zu legen, erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Wir freuen uns, dass der Bahnvorstand eingelenkt hat und der Bedienzuschlag vom Tisch ist. Auch hoffen wir in der Kritik von Minister Wucherpfennig, der den Bedienzuschlag als Strafgebühr für Schalterkunden erklärt hat, ein Indiz für ein Umdenken im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien sehen zu können, das sich bisher eher einseitig für den Individualverkehr engagiert hatte.
Jedoch hat die Bahn den nächsten Coup bereits auf Lager. Anstelle des Bedienzuschlags wird verlautbart, dass es zukünftig einen Rabatt für Automatenkunden geben soll, der in seiner Höhe dem ursprünglich geplanten Bedienzuschlag entspricht. Damit werden Automatenkunden bevorteiligt und Schalterkunden haben wieder das Nachsehen. Diese Belohnung am Automaten kommt aus unserer Sicht eher einem rentablen Schachzug des Bahnvorstandes gleich, mit dem der Service Schritt für Schritt und systematisch ausgehöhlt werden soll - zu Lasten der Kundenfreundlichkeit und des Personals, das so eingespart werden soll."
Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN steht fest: Automaten können Menschen nicht ersetzen.
"Eine Prioritätensetzung auf den Automatenkauf führt zur Benachteiligung von Bahnkunden, denen die Benutzung der Fahrkartenautomaten nicht leicht fällt oder unmöglich ist. Wir fordern Service statt Sanktionen, damit der Schienenverkehr gestärkt und der Bahnkunde adäquat betreut und beraten wird, bzw. Menschen gewonnen werden können, auf die Bahn umzusteigen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen Bahnkunden, denen es Spaß macht, umweltfreundlich und sicher unterwegs zu sein - und da braucht es Service auch in Form der direkten Kundenbetreuung - beim Fahrkartenverkauf wie auch im Zug und am Bahnsteig", schließt Astrid Rothe-Beinlich.




