Grüne unterstützen CSD -- Verliebt in Vielfalt -- Ohnmacht öffentlich

17.07.2008: Astrid Rothe-Beinlich für mehr Antidiskriminierungsarbeit in Vereinen

"Noch immer werden Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Identität angepöbelt oder angegriffen -- Heterosexuellen passiert das nicht. Noch immer ist "schwule Sau" das häufigste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen. Noch immer kommt es vor, dass insbesondere von konservativer Religiosität geprägte Familien ihre schwulen oder lesbischen Angehörigen verstoßen. Die Folgen: Schwule und Lesben haben Angst davor, sich in der Familie, der Schule oder am Arbeitsplatz zu outen. Die Rate der Suizidversuche unter homosexuellen Jugendlichen ist um ein Vielfaches höher als bei ihren heterosexuellen Altersgenossen. Und damit darf sie niemand länger abfinden", stellt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen klar.

Deshalb unterstützen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN selbstverständlich auch in diesem Jahr den CSD unter dem Motto "Ohnmacht öffentlich", für den der Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, Andreas Bausewein, die politische Schirmherrschaft übernommen hat. Astrid Rothe-Beinlich wird auf dem Empfang am Freitag, den 18.7.08 ab 20.00 Uhr im Erfurter Rathaus ein Grußwort sprechen.

"Lesben und Schwule sind auch nach der Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaften benachteiligt. Diese sind noch lange nicht in allen Bereichen der heterosexuellen Ehe gleichgestellt. Die Diskriminierungen von Lesben und Schwulen im Adoptionsrecht oder im Steuerrecht sind nicht hinzunehmen und gehören endlich beseitigt", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.

"Gerade Jugendlich brauchen in ihrer Coming-Out-Phase adäquate Angebote. Besonders im ländlichen Raum gibt es erheblichen Nachholbedarf. In diesem Zusammenhang sind Aufklärung und Information im Kampf gegen die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgender besonders wichtig. In einem Flächenland wie Thüringen kommt den Vereinen und Verbänden wie den Schulen besondere Bedeutung zu. Prägend sind für viele Jugendlichen ihre Erfahrungen in den Schulen und Vereinen. Hier muss konsequent gegen Diskriminierungen aller Art angegangen werden. Die staatliche Förderung von Sport- und anderen Vereinen muss im Bereich der Jugendarbeit auch an die Durchsetzung von Antidiskriminierungsarbeit gebunden werden", gibt Astrid Rothe-Beinlich zu bedenken.

"Dass Homosexualität insbesondere im Fußball noch immer ein Tabuthema ist - obgleich DFB-Präsident Zwanziger sich erst kürzlich wieder klar gegen Diskriminierung gerade homosexueller SportlerInnen stark gemacht hat - ist eine traurige Realität. "Wir rufen daher alle FußballerInnen und TrainerInnen dazu auf, im Falle eines Coming-Outs für ihre Mitspielerinnen und Mitspieler einzutreten und Homophobie öffentlich die Rote Karte zu zeigen. Das gleiche gilt für die Fans. Derartiges Fairplay als Rückendeckung ist das Gebot der Stunde", schließt die Grünenpolitikerin.

Am 20. Juli 2008 legt Astrid Rothe-Beinlich für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Rahmen der Gedenkveranstaltung für die Rosa-Winkel-Häftlinge am Gedenkstein für die homosexuellen Opfer des KZ Buchenwald einen Kranz nieder.

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