Grüne warnen CDU vor einem Schritt zurück in die Vergangenheit
23.06.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Grüne halten ohne wenn und aber am Atomausstieg fest
Die CDU will nach wie vor daran glauben, dass Atomkraft sicher ist und ihre Forderung nach längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke auch zu einem Wahlkampfthema machen.
Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen:
"Zur Stunde wird ein Krisentreffen in Berlin anberaumt, um die Geschehnisse im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel zu untersuchen, wo Radioaktivität austritt, um im gleichen Moment von der CDU zu erfahren, dass Atomkraft eine Zukunftstechnologie und zudem beherrschbar sei. Dies macht nur eines deutlich: die CDU hat keine Konzepte für die Zukunft und schon gar keinen Plan, wie man dem Klimawandel tatsächlich begegnen kann, ohne sich erneut von Rohstoffvorkommen abhängig zu machen oder mit unkalkulierbaren Risiken zu arbeiten.
Der weltweite Klimawandel, steigende Energiepreise und ein Versorgungsnotstand bei Gas und Öl führen dazu, dass die CDU der Atomlobby erneut in die Hände spielt. Und wieder werden Stimmen aus der Regierung laut, dass Atomkraft des Rätsels Lösung sei - übrigens vielfach von denen, die Milliardensubventionen für die Forschung und den Ausbau dieser Risikotechnologie über Jahrzehnte gerechtfertigt haben. Und wieder werden die zahlreichen die unkalkulierbaren Risiken, die Atomenergie in sich birgt und für die ihre Betreiber noch nie die Verantwortung übernommen haben, einfach unter den Teppich gekehrt. Von der Endlagerproblematik, die bis heute ungeklärt ist und wo wir mit Asse II gerade vor einem erneuten Desaster mit ungeklärten Ausmaßen stehen, ganz zu schweigen.
Nahezu täglich ereignen sich weltweit Zwischenfälle in Atomkraftwerken, die potenziell unabsehbare Folgen haben können. Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl hat uns deutlich vor Augen geführt, welche Gefahren Atomkraft mit sich bringt. Noch heute sind ganze Landstriche verstrahlt und wurden erst neulich noch immer erhöhte Strahlenbelastungen bei in Thüringen lebenden Wildschweinen festgestellt, die auf das Unglück vor über 20 Jahren zurückzuführen sind. Zur nicht zu gewährleistenden Sicherheit der Atomtechnik und der kaum kontrollierbaren Verbreitung von atomwaffenfähigem Material kommt noch das dritte große Problem hinzu: Wohin mit dem Atommüll, der zwangsläufig beim Betreiben eines Atomkraftwerks entsteht.
Berücksichtigt man allein das, ist es mindestens fahrlässig, zu behaupten, Atomkraft sei sicher. Wir stehen ohne wenn und aber zum Atomausstieg und werben erneut dafür, grundlegend umzusteuern in der Energiepolitik. Für Thüringen haben wir bereits vorgelegt: Thüringen 100% Erneuerbar 2050."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN rufen erneut alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, schon heute gänzlich aus der Atomkraft auszusteigen und auf Ökostrom umzustellen. Das geht ganz einfach unter: www.atomausstieg-selber-machen.de <www.atomausstieg-selber-machen.de>




