Grüne fordern: Thüringen muss raus aus dem bildungspolitischen Abseits
28.05.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Scheuklappen ab - Köpfchen sind unser Kapital
"Dass Thüringen den bundesweit letzten Platz im Schulranking des Instituts der Deutschen Wirtschaft belegt, muss zu denken geben. Sich jetzt damit herauszureden, man dürfe Bildung nicht nur aus der Perspektive der Wirtschaft beurteilen, klingt eher nach einer ziemlich dünnen Ausrede des neuen Kultusministers Bernward Müller, denn nach echtem Problembewusstsein. Wer jedoch weiterhin auf Scheuklappen setzt, statt notwendige Reformen anzupacken, macht sich mitverantwortlich am Scheitern kommender Generationen", so Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin der Thüringer Bündnisgrünen.
"Um unseren Kindern und Jugendlichen -- unabhängig von ihrer Herkunft - künftig von Anfang an die Wissenstore zur Welt und den Zugang zum Arbeitsmarkt zu öffnen, braucht es endlich eine grundlegende Strukturreform im Bildungswesen und einen Rechtsanspruch auf Frühkindliche Bildung und Erziehung von Anfang an. Wir fordern deshalb die Thüringer Landesregierung erneut auf, sich vom Dreigliedrigen Schulsystem zu verabschieden, welches ab der 4. Klasse aufs Aussortieren statt auf individuelle Förderung in Gemeinschaft setzt. Auch angesichts des demografischen Wandels und des beschriebenen Fachkräftemangels können wir es uns nicht länger leisten, Bildungsressourcen zu vergeuden", so Astrid Rothe-Beinlich weiter.
"Teilhabe- und Zugangsgerechtigkeit sind die Schlüsselwörter, wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche eine gute Zukunft haben. Nicht nur die aktuellen Zahlen bezüglich der erschreckend hohen Kinderarmut müssen uns endlich zum Handeln bringen. Längst ist bekannt: Armut grenzt aus und Bildung ist Grundvoraussetzung für Teilhabe. Der warmen Worte sind genug gewechselt. Thüringen könnte tatsächlich zum Bildungsland Nr.1 werden -- wenn es endlich die richtigen Weichen stellt. Diese Chance mutwillig zu verspielen wäre fatal für uns alle -- denn: Köpfchen sind nun einmal unser Kapital", schließt die Grünenpolitikerin.




