Grüne kritisieren Zwangsumverteilung von Protestierenden aus Katzhütte
07.05.2008: Astrid Rothe-Beinlich: Demokratie muss sich am Umgang mit den Schwächsten messen lassen!
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren die plötzlichen Verlegungen, die in Katzhütte mit polizeilicher Unterstützung vorgenommen wurden.
Laut Informationen des Thüringer Flüchtlingsrates wurden gestern und heute Morgen die Sprecher der in Katzhütte untergebrachten Flüchtlinge "zwangsverlegt". Das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt dementiert diese Art der Vorgehensweise mit der Begründung, dass die Verwaltung damit den Wünschen der Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft nachgekommen ist.
Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Mitglied im Flüchtlingsrat Thüringen e.V.:
"Die Art und Weise, wie hier mit den Flüchtlingen umgegangen wird, lässt einen erschauern. Wurden bisher die Schimmelbildung an den Wänden und die schlechten Bedingungen in der GU Katzhütte seitens des Landratsamtes dementiert, so wird heute die Zwangsmaßnahme der sofortigen Umverteilung von Flüchtlingen damit begründet, dass es in der Vergangenheit zu Schimmelbildung an den Wänden gekommen sei.
Man wird das Gefühl nicht los, dass durch die plötzliche Zwangsumverteilung die Sprecher des Protestes und damit der Protest selbst zum Schweigen gebracht werden soll, welcher in den letzten Wochen immer lauter wurde. Denn für uns stellt sich nach wie vor die Frage, warum die GU Katzhütte, wenn die Zustände dort so schlecht sind, wie nun auch zur Begründung der Verlegungen angeführt, nicht endlich geschlossen und unserer Forderung nach einer generellen dezentralen Unterbringung der Bewohner nachgekommen wird. Für uns stellt sich die Frage, ob so der Umgang mit Protest aussehen darf. Wir meinen: Nein! Deshalb werden wir in jedem Fall an der Problematik dran bleiben und allen Vorwürfen nachgehen."
Astrid Rothe-Beinlich wird am Donnerstag, dem 15. Mai mit der Landrätin des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt, Frau Philipp, die LGU in Katzhütte besuchen, um sich vor Ort selbst ein Bild von den Zuständen in der GU Katzhütte machen zu können und mit den BewohnerInnen ins Gespräch zu kommen.




